Wifi Frei
Video ansehen
Reservierung
DIE FAMILIE SUREDA

DIE FAMILIE SUREDA

Im Kreise der Suredas finden wir einige der herausragendsten Schriftsteller und Intellektuellen des Mallorcas seiner Zeit: Joan Alcover, Gabriel Alomar – der den Programmtext der Ausstellung in Barcelona von Pilar Montaner schrieb –, Màrius Verdaguer – der uns in seinem ausgezeichneten Buch “La ciutat esvaïda eine Kurzbiografie von Joan Sureda Bímet gab –, die Brüder Dorflonga, etc. In einem im Jahr 2009 publizierter Artikel beschreibt der Schriftsteller José Carlos Llop die Familie Sureda als einen kosmopolitischen Kreis und vergleicht diese mit der Bloomsbury Group, vor allem aufgrund deren Funktion als Integrationsfaktor von Künstlern und Schriftstellern.

Alles begann mit der Ehe von Joan Sureda Bímet und Pilar Montaner Maturana. Joan Sureda, Humanist und Liebhaber der Kunst und der Literatur, geboren in der Kartause von Valldemossa im Jahr 1872 und Polyglott – er sprach französisch, englisch und deutsch –, war Eigentümer des Palastes des Königs Sancho. In seinem Haus beherbergte er zu verschiedenen Anlässen Gäste wie Miguel de Unamuno, Azorín, Eugeni d’Ors, Santiago Rusiñol, Rubén Darío, Joaquín Sorolla oder den nordamerikanischen Maler John Singer Sargent.

Seine Frau, Pilar Montaner, Tochter des Admirals Jaime Montaner, war Malerin. Er verbrachte eine Zeit lang in Madrid – in Begleitung des Malers und Freund der Familie Antoni Gelabert–, wo er die Malerei mit Joaquin Sorolla studierte. Sein Höhepunkt war die Ausstellung, die er im Jahr 1917 dank der Vermittlung seines Freundes Santiago Rusiñol im Sala Parés de Barcelona ausrichtete. Das Ehepaar Sureda-Montaner hatte vierzehn Kinder –elf überlebten–, einige von ihnen wurden ebenfalls Schriftsteller und Künstler: Jacob, Dichter; Pazzis, Zeichner und Bildhauer und Pere, ebenfalls Maler.

Alfons-Sureda-Josefina-Romero-Joaquim-Amat-i-Maria-Fern†ndez

Im Kreise der Suredas finden wir einige der herausragendsten Schriftsteller und Intellektuellen des Mallorcas seiner Zeit: Joan Alcover, Gabriel Alomar – der den Programmtext der Ausstellung in Barcelona von Pilar Montaner schrieb –, Màrius Verdaguer – der uns in seinem ausgezeichneten Buch “La ciutat esvaïda eine Kurzbiografie von Joan Sureda Bímet gab –, die Brüder Dorflonga, etc. In einem im Jahr 2009 publizierter Artikel beschreibt der Schriftsteller José Carlos Llop die Familie Sureda als einen kosmopolitischen Kreis und vergleicht diese mit der Bloomsbury Group, vor allem aufgrund deren Funktion als Integrationsfaktor von Künstlern und Schriftstellern.

Das Ehepaar Sureda brachte Mallorca zu Beginn des XX . Jahrhunderts auf die Europäische Kulturkarte. Dessen Kinder waren würdige Nachfolger. Jacob Sureda, Dichter des Ultraismus, knüpfte Freundschaft mit Jorge Luis Borges während des Aufenthalts des argentinischen Schriftstellers auf Mallorca in Begleitung von seiner Mutter und seiner Schwester Norah in den Jahren 1920 und 1921. Borges trat sofort in Beziehung mit dem Kreis der Sureda und anderen Schriftstellern, die sich in dem Cafè dels Artistes im Stadtteil Born von Palma versammelten. Im Jahr 1921 unterschrieben Jacob Sureda und Borges zusammen mit Fortunio Bonanova und Joan Alomar ein Manifest zur Verteidigung der Poesie des Ultraismus. Jacob, der im Jahr 1935 im Alter von 34 Jahren an Tuberkulose starb, hinterließ einen einzigen Gedichtband in spanischer Sprache, “El prestidigitador de los cinco sentidos”. Sein letztes Gedicht, das am 16. Juni 1935 in der Tageszeitung “El Día”  veröffentlicht wurde, schließt mit einigen erschreckend schönen und vorahnungsvollen Versen:

“Es ermüdet mich, es ist mir zuwider, es macht mich verrückt, / und ich suche unnützerweise den Ausweg. / Es gibt keinerlei Vision. Alles erscheint / Hart, konkret, schwer und profiliert”.

Sein Bruder Pere lebte ab 1937 und bis zu seinem Tod im Jahr 1972 in einer Mehlmühle von Sa Cabaneta, welche er zu einer Residenz und einem Studio saniert hatte. Er war nicht nur als Maler bekannt, sondern auch dank der Cartoons von “En Calafat”, die bis zu seinem Tod in der Zeitschrift Baleares veröffentlicht wurden. Er war ein guter Freund des deutschen Schriftstellers Albert Vigoleis Thelen, der während der Jahre der Republik auf Mallorca lebte bis er bei Ausbruch des Krieges von 36 fliehen musste. Vigoleis Thelen bezog Pere Sureda als Figur seinem großen Roman über Mallorca “Die Insel des zweiten Gesichtsein.

Wenn es eine Familie gibt, die es verdient, die fundamentale Rolle in der Darstellung der mallorquinischen Kultur auf der ganzen Welt zu beanspruchen, ist dies zweifellos die Familie Sureda aus Valldemossa.